Warum Sie nie wieder die Chance auf eine „Apple“-Aktie bekommen

Hatten Sie jemals diesen einen Gedanken? Sie entdecken ein neues, bahnbrechendes Produkt – vielleicht war es die schiere Nützlichkeit von Uber oder die umwerfende Intelligenz von ChatGPT – und denken sich: „Hier sollte ich investieren.“ Dieser Impuls, die Möglichkeit, als aufmerksamer Bürger am wirtschaftlichen Aufstieg teilzuhaben, war einst ein Kernstück des kapitalistischen Versprechens.

Doch diese Möglichkeit ist für den Durchschnittsbürger heute weitgehend verschwunden. Die transformativsten Unternehmen erleben ihr explosives Wachstum hinter den verschlossenen Türen der Privatmärkte, lange bevor die Öffentlichkeit überhaupt eine Chance erhält, sich zu beteiligen. Was ist mit dem Versprechen des Kapitalismus passiert, dass jeder an seinem Erfolg teilhaben kann, fragen wir uns bei Aledius?

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Der Pakt ist gebrochen: Wie der Kapitalismus früher funktionierte

Lange Zeit basierte der Kapitalismus auf einem unausgesprochenen Gesellschaftsvertrag. Die breite Öffentlichkeit trug das allgemeine Marktrisiko – die Volatilität, die Ineffizienzen und die langen Phasen mäßiger Erträge. Im Gegenzug erhielt sie aber Zugang zu den seltenen, aber lebensverändernden Wachstumsphasen der erfolgreichsten Unternehmen.

Dieser alte Pakt wurde durch konkrete Geschichten lebendig und belohnte gewöhnliche, aber aufmerksame Menschen. Eine pensionierte Frau wurde zur brillanten Investorin, indem sie zwei Monatsgehälter in Apple investierte, nachdem sie deren ersten Super-Bowl-Werbespot gesehen hatte. Als Microsoft 1986 an die Börse ging, schuf das Unternehmen nicht nur Tausende von Millionären unter seinen Angestellten, sondern auch unter Sekretärinnen und Lehrern im Bundesstaat Washington.

Dieser Mechanismus war der Motor für langfristige Renditen: Als Apple nur zwei Jahre nach seinem Börsengang in den S&P 500 aufgenommen wurde, verdrängte es Morton Norwich – ein Salzunternehmen, das später für die fehlerhaften O-Ringe verantwortlich war, die zur Challenger-Katastrophe führten. Das Neue ersetzte das Alte vor aller Augen, und die Öffentlichkeit war Teil dieses Prozesses. Dieser Pakt war eine entscheidende Säule für soziale Mobilität und das Vertrauen in das kapitalistische System. Heute ist er gebrochen.

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Willkommen im Neo-Feudalismus: Wo Unternehmensanteile das neue Land sind

Wenn die Öffentlichkeit nicht mehr in wachstumsstarke Unternehmen investieren kann, beginnt das kapitalistische System, einer feudalen Struktur zu ähneln. Die zentrale Analogie, die diesen Wandel beschreibt, lautet:

  • “Eigenkapital an transformativen Unternehmen ist das neue „Land“ – der produktivste Vermögenswert unserer Zeit.
  • Eine neue „Aristokratie“ aus Risikokapitalgebern, Staatsfonds und akkreditierten Investoren kontrolliert dieses „Land“ exklusiv.
  • Die breite Masse arbeitet daran, den Wert dieses Guts zu steigern, indem sie die Produkte nutzt und die Daten generiert. Sie hat jedoch nie die Möglichkeit, es zu besitzen.

In dieser Dynamik entwickelt sich der Kapitalismus zurück zu einer Struktur, in der eine kleine Klasse die entscheidenden Güter kontrolliert, während der Rest der Gesellschaft für sie arbeitet und soziale Mobilität zur Fantasie wird.

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Per Gesetz „zu arm“: Die unsichtbare Mauer, die Sie vom Wohlstand fernhält

Der Zugang zu diesem neuen „Land“ wird durch eine unsichtbare, aber unüberwindbare Mauer geschützt: die „Accredited Investor“-Regel. Um in private Unternehmen investieren zu dürfen, müssen Sie in den USA gesetzliche Anforderungen erfüllen: ein Nettovermögen von über 1 Million US-Dollar (ohne den Wert des Eigenheims) oder ein Jahreseinkommen von über 200.000 US-Dollar.

Stellt man diese Anforderung dem medianen Haushaltsvermögen in den USA gegenüber, das bei etwa 190.000 US-Dollar liegt, wird die Exklusivität deutlich. Die Mehrheit der Bevölkerung ist per Gesetz „zu arm“, um in die Zukunft zu investieren. Dies führt zu einer „Täuschung der Teilhabe“, die in gewisser Weise schlimmer ist als der klassische Feudalismus. Auch wir hier in Europa unterliegen immer größeren entmündigenden Vorschriften, die Privatpersonen keine Teilhabe an einer neuen Idee ermöglicht – oder zumindest nur unter sehr, sehr schwierigen Voraussetzungen. Alles unter dem “Mantel des Anlegerschutzes”.

Wenigstens wusste der Leibeigene, dass er ein Leibeigener war. Heute erzählen wir den Menschen, sie würden über ihre aktienbasierten Rentenfonds am Kapitalismus ‘partizipieren’, während wir systematisch sicherstellen, dass die wirklich transformative Vermögensbildung auf Märkten stattfindet, die ihnen verschlossen bleiben.

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Das wahre Wachstum findet hinter verschlossenen Türen statt

Um das Ausmaß der verpassten Renditen für die Öffentlichkeit zu verdeutlichen, genügt ein Vergleich zweier Börsengänge. Die folgende Tabelle zeigt den dramatischen Wandel:

Amazon (1997)Uber (2019)
Börsengang mit einer Bewertung von 438 Mio. $.Börsengang mit einer Bewertung von 89 Mrd. $.
Öffentlichkeit trug 90%-Absturz, profitierte aber vom 170.000%-Anstieg.Öffentlichkeit verpasste das 180-fache Wachstum, das privat stattfand.

Dieser Trend wird durch harte Zahlen untermauert:

  • Die Anzahl der börsennotierten US-Unternehmen ist von über 8.000 im Jahr 1996 auf weniger als 4.000 heute gesunken, obwohl die Wirtschaft exponentiell gewachsen ist. In Europa sieht es nicht wesentlich besser aus.
  • Der Wert der privaten „Unicorn“-Unternehmen beträgt 7,7 Billionen US-Dollar. Das entspricht mehr als 10 % der gesamten Marktkapitalisierung des S&P 500 – und ist für die breite Öffentlichkeit unzugänglich.

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Ihre Altersvorsorge als Ausstiegsstrategie für die Elite

Diese Entwicklung führt zur Degradierung der öffentlichen Märkte. Sie laufen Gefahr, zur reinen „Exit-Liquidität“ für die Elite zu werden. Das bedeutet, sie dienen nur noch dazu, dass Frühinvestoren ihre Anteile mit riesigem Gewinn an die Allgemeinheit verkaufen können, wenn das größte Wachstum bereits abgeschlossen ist.

Denken Sie an Unternehmen wie OpenAI und SpaceX. Wenn sie eines Tages als Giganten an die Börse gehen, werden die Pensionsfonds und Indexfonds der Öffentlichkeit gezwungen sein, die Aktien zu Spitzenbewertungen zu kaufen. Die jahrzehntelange, transformative Vermögensbildung, die dem Börsengang vorausging, haben sie komplett verpasst. Dies schmälert zwangsläufig die zukünftigen Renditen für die Altersvorsorge von Millionen Menschen, deren Ersparnisse gezwungen sind, überbewertete Aktien zu kaufen.

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Ein System am Scheideweg

Die Verlagerung der Wertschöpfung in private Märkte ist mehr als nur eine technische Finanzverschiebung. Sie schafft eine neo-feudale Struktur, die eine K-förmige Wirtschaft zementiert, in der die Wohlhabenden immer reicher werden, während die breite Masse stagniert. Ein System verliert seine Legitimität, wenn die Früchte seiner größten Erfolge nur noch einer kleinen Elite zugänglich sind, was zu zivilen Unruhen und politischer Instabilität führen kann.

Besonders alarmierend ist der geopolitische Vergleich: Chinas STAR Market ermöglicht es jungen Technologieunternehmen, früh an die Börse zu gehen, um eine robuste Mittelschicht aufzubauen – eine Lektion, die der Westen zu vergessen scheint. Wir hatten Ähnliches in Deutschland mit dem Neuen Markt Anfang Ende der 90er Jahre. Wieso nicht daraus lernen und etwas Neues, darauf Aufbauendes wieder schaffen – verbessert und an die heutige Zeit angepasst?!

Wenn die Teilnahme am größten Wohlstandsmotor der Geschichte nur noch den bereits Reichen vorbehalten ist, was wird dann aus dem System selbst?

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